Die Potenzialanalyse zeigt, welche Möglichkeiten die Gemeinde Kolkwitz hat, künftig mehr erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung zu nutzen und den Energiebedarf zu senken. Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Ergebnisse.
Energetische Sanierung
Durch energetische Sanierungen (z. B. Dämmung, neue Fenster, effizientere Heizungen) kann der Wärmebedarf von Wohngebäuden langfristig deutlich gesenkt werden.
- Bei einer Sanierungsrate von 1 % pro Jahr wäre bis 2045 eine Einsparung von rund 11,1 % möglich.
- Bei einer Sanierungsrate von 5 % pro Jahr wären rund 36,3 % Einsparung möglich.
- Die Investitionskosten liegen – je nach betrachteten Sanierungspfaden – bis 2045 bei etwa 100 bis 213 Mio. €.

Photovoltaik (Strom aus Sonne)
Photovoltaik erzeugt Strom, der die Wärmewende indirekt unterstützen kann (z. B. über Wärmepumpen oder Power-to-Heat).
- Dachflächen-PV: rund 124,4 GWh Strom/Jahr nutzbar.
- Freiflächen-PV: rund 325,6 GWh Strom/Jahr nutzbar.
- Bereits installiert: ca. 12 MW Dach-PV (ca. 10,5 GWh/Jahr) und 17,3 MW Freiflächen-PV (ca. 15,2 GWh/Jahr).
- Einschränkungen bestehen u. a. durch begrenzte Dachflächen (inkl. Konkurrenz zur Solarthermie), bauliche Voraussetzungen sowie Nutzungskonflikte bei Freiflächen (v. a. Landwirtschaft/Naturschutz).
Solarthermie (Wärme aus Sonne)
Solarthermie wandelt Sonnenenergie direkt in Wärme um (meist für Warmwasser/Heizungsunterstützung; bei Freiflächen auch für Wärmenetze in Kombination mit Speicher).
- Dachflächen-Solarthermie: rund 31,1 GWh Wärme/Jahr nutzbar.
- Freiflächen-Solarthermie: nutzbar rund 83,7 GWh Wärme/Jahr.
- Einsatz meist zur Unterstützung von Heizungen oder Warmwasserbereitung; saisonale Schwankungen möglich.

Biomasse
Biomasse kann Wärme (und teils Strom) bereitstellen, ist aber durch ökologische, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen begrenzt.
- Theoretisch nutzbares Potenzial: rund 41,8 GWh Wärme/Jahr, überwiegend aus landwirtschaftlicher Biomasse.
- Nutzung vor allem für kleine dezentrale Lösungen möglich.
- Politische, wirtschaftliche und ökologische Einschränkungen begrenzen aktuell den Ausbau.
Umweltwärme (Wärmepumpen: Luft, Erde, Gewässer)
Umweltwärme ist eine zentrale Option für eine treibhausgasneutrale, dezentrale Wärmeversorgung – benötigt jedoch Wärmepumpen und passende Rahmenbedingungen (Fläche, Schallschutz, Schutzgebiete).
- Luft-Wärmepumpen: 107,1 GWh Wärme/Jahr dezentral einsetzbar.
- Oberflächennahe Geothermie (Erdwärme): 62,3 GWh Wärme/Jahr dezentral einsetzbar.
- Gewässerthermie ca. 4,3 GWh Wärme/Jahr (für zentrale Versorgung geeignet)

Tiefengeothermie und Kläranlagen-Abwasser
- Abwasserthermie: In Kolkwitz ist kein nutzbares Potenzial.
- Tiefengeothermie: Es bestehen Potenzialflächen für eine hydrothermische Nutzung, gleichzeitig wird Tiefengeothermie für Kolkwitz mittelfristig als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt. Petrothermisches Potenzial ist nicht vorhanden.
Fazit
Mit einer Kombination aus energetischer Sanierung, dem Ausbau von Photovoltaik, Solarthermie, Biomasse sowie vor allem Umweltwärme (Wärmepumpen) kann Kolkwitz den Wärmebedarf langfristig deutlich senken und einen großen Teil der Wärmeversorgung erneuerbar gestalten.
Ihre Ansprechpartner
Thomas Ramoth
Wirtschaftsförderung,
Gemeinde Kolkwitz
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Celeste-Regina Fischer
Projektbearbeiterin, Zukunfts[planungs]werk
(beratendes Büro)
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